

über die Künstlerin
gegensätze, die sich finden.
Tanja Kremser, 1973 in München geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet heute im Münchner Westen – mit ihrem Mann, ihren zwei Söhnen und Eddy, dem Schäferhund.
wie alles begann.
Ihre Liebe zur Kunst verdankt sie nicht zuletzt ihrem Kunstlehrer Herrn Müller. Er konnte selbst in einem Kaffeefleck etwas Künstlerisches entdecken und vermittelte ihr, genau hinzusehen und in der eigenen Kunst authentisch zu bleiben.
warum gegensätze.
Tanja Kremser faszinieren Menschen, die ganz anders sind als sie selbst, Materialien, die sich unterschiedlich anfühlen, und Altes, das auf Neues trifft. Genau das ist heute der Kern ihrer Arbeit: The fusion of opposites.
warum resin, kreis und balken.
Resin begeistert sie durch seine glänzende Tiefe und die intensiven Farben. Beim Trocknen entwickelt es ein Eigenleben – mal spiegelglatt, mal uneben. Sie lässt das Material gewähren, denn gerade das Unvollkommene macht jedes Werk authentisch. Sie liebt runde Formen. In ihrer Collection quiet tension trifft der harmonische Kreis auf einen Balken, der Ruhe gibt und zugleich Spannung erzeugt. In soft geometry verbindet sie klare geometrische Formen mit getufteter Wolle. Resin und Wolle könnten unterschiedlicher kaum sein – und sind für sie doch ein perfect match.
und ihr Raum.
Für Tanja Kremser gehört Kunst in die Räume, in denen Menschen leben und sich wohlfühlen. Ihre Werke sollen zeitgemäß und zeitlos zugleich sein – und sich ganz selbstverständlich im eigenen Zuhause anfühlen.
Wer ihre Kunst bei sich erleben möchte, darf ihr gerne schreiben.
quiet tension.
Das Leben fließt. Termine, Menschen, Pläne, die sich ändern. Manches davon haben wir selbst in der Hand, vieles nicht. Oft fühlt es sich an wie das Resin in meinen Bildern: in Bewegung, unberechenbar, nie ganz zu bändigen.
Und dann gibt es diesen einen Halt. Ein Mensch, ein Ort, ein Ritual am Morgen, eine Entscheidung, zu der wir stehen. Er hält das Fließen nicht auf. Er gibt ihm eine Richtung.
Das ist der Balken in meinen Bildern. Er stoppt die Bewegung nicht, er ruht mitten in ihr. Und er folgt am Ende der Rundung des Kreises, denn Halt, der trägt, ist nie starr, er passt sich an.
Vielleicht spüren Sie deshalb vor diesen Bildern Spannung und Ruhe zugleich. Wir brauchen beides. Ein Leben ohne Bewegung wäre still, ein Leben ohne Halt wäre haltlos. Beides zusammen ist das Gleichgewicht, das wir alle suchen.
Kein Bild gleicht dem anderen. Jede Oberfläche trocknet auf ihre eigene Weise, mit kleinen Unebenheiten, die ich bewusst nicht korrigiere. Wie im Leben ist es nicht das Makellose, das uns berührt, sondern das Echte.

soft geometry.
Wir haben früh gelernt, stark zu sein. Klare Kanten, eine glatte Oberfläche, alles im Griff. So zeigen wir uns im Beruf, in der Familie, manchmal sogar vor uns selbst.
Doch darunter gibt es eine andere Seite. Die weiche. Die, die berührt werden möchte, die Wärme sucht, die nicht immer funktionieren will.
In meinen Bildern treffen genau diese beiden Seiten aufeinander. Resin ist klar, hart und glänzend, es spiegelt seine Umgebung. Getuftete Wolle ist weich, warm und nachgiebig, man möchte sie anfassen. Eigentlich lassen sich die beiden kaum verbinden. Das flüssige Resin will die Wolle durchtränken, die Wolle will sich nicht fügen. Es braucht Geduld, bis sie zueinander finden.
Aber wenn es gelingt, entsteht etwas, das keines der beiden allein könnte. Die Wolle macht das Resin lebendig. Das Resin gibt der Wolle Form.
Vielleicht ist das die eigentliche Stärke: nicht hart zu sein, sondern beides zuzulassen. Die klare Kante und die weiche Seite. Erst zusammen sind wir ganz.
